Die Initiative „Aufstiegsreform2025“ übt deutliche Kritik am Vorgehen der Regional- und Landesverbände im Vorfeld der bundesweiten Abstimmung über die Zukunft der Regionalligen und der Aufstiegsregelung zur 3. Liga. Nach Auffassung der Initiative wurden die Vereine nur wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmungsveranstaltung mit wesentlichen Änderungen des bislang diskutierten Kompassmodells konfrontiert. Besonders zwei Punkte stoßen dabei auf erheblichen Widerstand:
- Die ursprünglich vorgesehenen 20er-Staffeln sollen nun durch 18er-Staffeln ersetzt werden.
- Eine Reform soll künftig nur dann umgesetzt werden können, wenn jede einzelne Region zustimmt – und nicht bereits dann, wenn eine bundesweite Mehrheit aller beteiligten Vereine dafür votiert.
Grundlegende Änderungen kurz vor der Abstimmung
Aus Sicht der Initiative verändern diese Anpassungen die Grundlage der bisherigen Reformdiskussion grundlegend. „Viele Vereine haben sich über Monate intensiv mit dem Kompassmodell beschäftigt und ihre Positionen auf Basis der ursprünglich vorgestellten Inhalte entwickelt. Wenn wenige Tage vor einer entscheidenden Abstimmung zentrale Bestandteile des Modells verändert werden, ist das weder transparent noch vertrauensbildend“, erklärt Tommy Haeder, Sprecher der Initiative „Aufstiegsreform2025“.
„Die Vereine wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“
Besonders kritisch bewertet die Initiative den Zeitpunkt der Kommunikation. „Die Verbände haben die Vereine erst wenige Tage vor der Abstimmungsveranstaltung mit den veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert. Viele Verantwortliche haben aus kurzfristig bereitgestellten Unterlagen erfahren, dass plötzlich über ein anderes Modell abgestimmt werden soll als über jenes, das monatelang diskutiert wurde. Die Vereine wurden damit faktisch vor vollendete Tatsachen gestellt. Für einen offenen und ehrlichen Beteiligungsprozess ist ein solches Vorgehen nicht akzeptabel“, so Haeder.
Vereine fordern stärkere Einbindung
Nach Auffassung der Initiative müsse das Verhältnis zwischen Verbänden und Vereinen grundsätzlich neu gedacht werden. Haeder weiter: „Viele Vereine haben derzeit das Gefühl, dass über ihre sportliche und wirtschaftliche Zukunft entschieden wird, ohne sie ausreichend einzubinden. Ein solches Signal ist für das Vertrauen in die Verbandsarbeit äußerst problematisch.“
“Ein wesentlicher Pluspunkt geht verloren”
Auch die Abkehr von den ursprünglich vorgesehenen 20er-Staffeln sorgt bundesweit für Kritik. Die zusätzlichen Heimspiele galten für viele Vereine als wesentlicher sportlicher und wirtschaftlicher Vorteil des Kompassmodells. Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender des S.C. Rot-Weiß Oberhausen, erklärt: „Wir sind deutlich irritiert darüber, dass nun im Kompassmodell von der 20er-Liga abgerückt werden soll. Die Aufstockung um zwei Heimspiele pro Saison ist ein wesentlicher Pluspunkt für die Attraktivität des Modells.“ Auch Florian Egbers, Geschäftsführer des SV Meppen, sieht die kurzfristigen Änderungen kritisch: „Aus meiner Sicht wird am Montag über eine Version des Kompassmodells abgestimmt, die sich in wesentlichen Punkten von den ursprünglichen Überlegungen der DFB-Arbeitsgruppe unterscheidet. Die Reduzierung auf 18 Vereine pro Staffel führt dazu, dass vier direkte Absteiger mehr als 20 Prozent der Liga ausmachen. Das ist aus meiner Sicht zu viel und verändert die Wahrnehmung des Modells erheblich. Hinzu kommt, dass viele Vereine bis heute nicht ausreichend informiert sind. Wer über die Zukunft des Wettbewerbs abstimmen soll, muss die Fakten kennen – genau daran fehlt es aktuell an vielen Stellen.“
Neue Abstimmungsregel “wird zu Vetorecht”
Ebenso kritisch sieht die Initiative die neue Abstimmungsregel, wonach eine Reform nur umgesetzt werden kann, wenn sämtliche Regionen zustimmen. „Wenn eine bundesweite Mehrheit der Vereine eine Reform unterstützt, diese aber an einzelnen Regionen scheitern kann, wird aus einem demokratischen Verfahren faktisch eine Abstimmung mit Vetorecht für eine Minderheit. Das erschwert eine gemeinsame Lösung erheblich“, erklärt Haeder.
Appell an alle Vereine
Trotz der deutlichen Kritik appelliert die Initiative an alle Vereine, die verbleibende Zeit bis zur Abstimmung zu nutzen und ihre Interessen aktiv zu vertreten. „Ich appelliere an alle Vereine, am Montag ihre Stimme zu erheben und sich klar für die ursprünglich diskutierten Inhalte des Kompassmodells einzusetzen. Die 20er-Staffeln waren ein zentraler Bestandteil der bisherigen Gespräche und stellen für viele Vereine einen wichtigen sportlichen wie wirtschaftlichen Faktor dar“, so Haeder. Zugleich lädt Haeder im Namen der Initiative weitere Clubs zur Unterstützung ein: „Jeder Verein, der sich öffentlich zur Reformbewegung bekennt und sich für eine faire, transparente und zukunftsfähige Lösung einsetzt, ist bei uns ausdrücklich willkommen. Die Stärke dieser Initiative liegt in der Geschlossenheit der Vereine.“ Die Initiative „Aufstiegsreform2025“ wird die Abstimmung am Montag aufmerksam begleiten und sich weiterhin für eine transparente, faire und von den Vereinen getragene Reform der Regionalligen einsetzen.


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